Rechtspflegertag 2025
BDR Mecklenburg-Vorpommern stellt die Weichen für die nächsten 4 Jahre
Unser Verband hat am 26.11.2025 seinen Rechtspflegertag 2025 im Ständesaal des Oberlandesgerichts Rostock abgehalten.
Die diesjährige Fortbildung stand unter dem Motto Resilienzaufbau. Alexander Bunje von der Fa. Benefit BGM vermittelte kurzweilig Spannendes über Gesundheit und Stressabbau.
Für Leistungskraft muss die eigene Gesundheit an erster Stelle stehen und selbstzerstörerisches Verhalten vermieden werden. Permanenter Stress macht uns krank. Ständige Zukunftsängste, Ausschüttungen des Stresshormons Kortisol, ein saurer PH-Wert des Körpers verändern jemanden körperlich, emotional, kognitiv und im Verhalten. Deswegen sollen wir die Stressoren gezielt erkennen und eliminieren können. Vereinfacht zusammengefasst setzt man Grenzen für sich, erkennt den Sinn in Handlungen, bewegt sich regelmäßig, um den Kopf frei zu bekommen, isst gesund, trinkt viel Wasser, schläft erholt und pflegt seine sozialen Kontakte, um im Gleichgewicht zu bleiben. Jeden Tag kann am Ende positiv reflektiert werden und man kann für Vieles dankbar sein.
Entspannung ist auch in einer stressigen Situation möglich, muss aber vorher etwas trainiert werden, was der Referent anhand einiger praktischer Übungen demonstrierte. Legt die Hand aufs Herz und atmet 5 Sekunden ein und 7 Sekunden aus, etwa drei Minuten lang. Der Herzschlag beruhigt sich. Dies kann bis zu 6 Stunden wirken. Wir hoffen, dass diese Fortbildungen allen Kolleginnen und Kollegen im oft stressigen und fordernden Berufsalltag (Stichwort: E-Akte) eine Hilfe ist und würden uns über ein Feedback von euch freuen.
Im zweiten Teil der Fortbildungsveranstaltung hatten die Teilnehmer wieder die Gelegenheit, mit den Vertretern der obersten Justizbehörden ins Gespräch zu kommen. Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz, Frau Bernhardt, die Generalstaatsanwältin, Frau Busse und der Vizepräsident des Oberlandesgerichts, Herr Wenzel, stellten sich den Fragen und Anregungen der Mitglieder.
In ihrer einleitenden Rede begab sich Vorstandskollegin Mareike Walther mit den Gästen und Mitgliedern auf eine kurze Reise durch die vergangenen 4 Jahre und bedankte sich bei der Ministerin dafür, dass sie auf jedem unserer Rechtspflegertage in dieser herausfordernden Zeit anwesend war. Wir haben auch bei unseren Gesprächen im Ministerium stets auf Augenhöhe miteinander kommuniziert.
Im Zuge der Coronapandemie ab 2020 hat auch die Arbeitswelt in der Justiz tiefgreifende Änderungen erfahren, die wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte. Auch der Berufsstand der Rechtspfleger musste in diesem Rahmen einmal mehr seine Flexibilität und Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen, um die Justiz in unserem Land in Betrieb zu erhalten. Eine Herausforderung, die wir gemeinsam gemeistert haben. Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, elektronische Akten und portable Arbeitstechnik aus dem Justizalltag nicht mehr wegzudenken.
Ein weiterer wichtiger Punkt war und ist die Nachwuchsgewinnung. Mareike Walther betonte, wie wichtig es in Zeiten des Fachkräftemangels ist, unseren Berufsstand, der durch seine fachliche Unabhängigkeit aus dem allgemeinen öffentlichen Dienst hervorsticht, in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und so junge Menschen dafür zu begeistern, den Beruf des Rechtspflegers zu ergreifen. Sie bedankte sich ausdrücklich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die in Theorie und Praxis den Rechtspflegeranwärtern während ihrer Ausbildung tatkräftig zur Seite stehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Dauer der Beurteilungsrunden, die weiterhin viel zu schleppend verlaufen, was in erster Linie auf fehlende Beurteilungsbeiträge vieler Vorgesetzter zurückzuführen ist. Ein Umstand, der für viel Verdruss unter den Kolleginnen und Kollegen sorgt und schlichtweg nicht hinnehmbar ist. Zwar hat die zügige Erstbeförderung von Berufseinsteigern nach A10 deutlich Fahrt aufgenommen; die Wartezeiten für ältere Kollegen auf Beförderungen sind aber nach wie vor viel zu lang. Hieran muss - gerade auch im Hinblick auf die Nachwuchsgewinnung - dringend gearbeitet werden.
Dann hieß es Abschied nehmen: Unsere beiden langjährigen Vorstandskollegen Carsten Neißner und Heiko Käckenmeister traten zu den diesjährigen Vorstandswahlen nicht wieder an. Mareike Walther bedankte sich bei den beiden für ihre engagierte Mitarbeit als Beisitzer, Vorstandsvorsitzender und Schatzmeister und überreiche den beiden im Namens unseres Verbands ein Abschiedsgeschenk.
Die Mitgliederversammlung stand sodann ganz im Zeichen der Neuwahl des Verbandsvorstands. Leider konnten wir unter den Kolleginnen und Kollegen trotz intensiver Werbung niemand für eine Kandidatur begeistern. Zur Wahl traten daher nur die drei bisherigen Mitglieder Anne-Kathrin Haack, Mareike Walther und Christian Meier an. Alle drei wurden von den Mitgliedern einstimmig gewählt. Ein Vertrauensbeweis, über den wir uns sehr gefreut haben. Der neue Vorstand geht mit folgender Arbeitsaufteilung ans Werk:
Vorsitzender: Christian Meier
stellvertretende Vorsitzende: Mareike Walther
Schatzmeisterin: Anne-Kathrin Haack.
Wir freuen uns auf 4 arbeitsintensive und interessante Jahre mit euch und wünschen an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen ein frohes Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr!
